DES "Elisabeth Schulte"

 

Winterliche Sturmfahrt im Nordatlantik

 

Seite  1  2  3  4  5 

 

Unser Frachtschiff befand sich jetzt in höchster Gefahr, denn ein Leck in der Bordwand hätte das Ende der "Elisabeth" bedeutet. Wir lagen jetzt gestoppt in der tobenden See, damit das Oberdeck nicht mehr ganz so heftig von den Brechern überspült und ein Betreten des Oberdecks überhaupt erst möglich wurde. Dafür machte jetzt das Schiff wahnsinnige Bewegungen, die das Arbeiten zusätzlich erschwerten.

 

Bild 22

Bild 23

Verzweifelt versuchte die Besatzung unter höchster Lebensgefahr, das wild um sich schlagende Schanzkleid abzutrennen. Natürlich waren alle an Deck angeleint und doppelt gesichert, aber trotzdem musste einer der Matrosen wieder an Bord gezogen werden, nachdem ihn ein Brecher über Bord gefegt hatte.

Bild 24

Bild 25

Bild 26

Bild 27

Bild 28

 

Schließlich gelang es aber, die letzten Reste der Verschanzung mit Unterstützung der schweren Brecher abzutrennen und alle mittlerweile ebenfalls weggerissenen Tankentlüftungen und Peilrohre abzudichten.

Bild 29 - Abdichten der weggerissenen Entlüftungen und ...

Bild 30 - Peilrohre unter lebensgefahr!

 

Die hier sichtbaren Fotos zeigen leider nicht realitätsnah die extreme und lebensgefährliche Situation, in der wir uns zu diesem Zeitpunkt befanden. Selbst die größten Wellen wirken auf Bildern relativ flach, und natürlich muss man beim Fotografieren auch stets auf die eigene Sicherheit achten, damit man sich nicht plötzlich neben dem Schiff befindet wie z.B. der auf Bild 30 abgebildete aber Gott sei Dank gesicherte Seemann. Fotos sind daher einfach wenn überhaupt nur in den relativ kurzen ruhigeren Phasen zwischen den haushohen Brechern möglich. Übrigens: 18 Meter Wellenhöhe und mehr sind im Winter Nordatlantik durchaus Realität! - Anm. d. Autors

 

Bild 31

Unser Schiff konnte jetzt wieder langsame Fahrt aufnehmen, die größte Gefahr aber war wohl offensichtlich gebannt.

 

Auf- und Durchatmen der Schiffsführung und Besatzung, aber wer glaubte, das war's dann, hatte sich mächtig getäuscht.

 

In einem Gespräch mit unserem II. Ing. zeigte sich dieser sehr besorgt, dass nun auf dem Hauptdeck die großen Lüfter für die Laderäume, die wegen dem jetzt fehlenden Schanzkleid schutzlos den gewaltigen Brechern ausgesetzt waren, weggerissen werden könnten. Gott sei Dank haben die aber doch dem Wasserdruck standgehalten.

 

Aber noch befanden wir uns in stürmischer See im Nordatlantik ohne kurzfristige Ausschicht auf Wetterbesserung. Der schützende Hafen war immer noch sehr weit und das Schicksal sollte weitere haarsträubende Überraschungen für uns bereit halten.

 

Unsere Lage wurde nämlich noch gefährlicher, und nur ein Zufall hat unser Schiff wahrscheinlich vor dem Untergang im eiskalten Atlantik gerettet.

Was da passiert war, lesen Sie auf der folgenden Seite 4

Seite  1  2  3  4  5 


Text: Willi Tebben

Fotos: Jörg Alberts (Bild 22, 27); Rainer Wagner (Bild 23, 26, 31); Günter Platzer (Bild 24, 25, 28 - 30)


 

Home

Impressum